08

Okt

TuS Fürstenfeldbruck - TSV Schongau 27:26

Knapp, ärgerlich, vermeidbar

Weibliche A-Jugend stellt sich selbst ein Bein

Lag es an den schlechten Trainingsbedingungen in den letzten Wochen? Oder war es einfach nur ein gebrauchter Tag, den wir bei unserem heutigen Spiel in Fürstenfeldbruck erwischten? Es macht keinen Sinn, darüber nachzudenken, denn eines steht fest: wir standen uns heute so unglaublich sehr selber im Weg, dass es kaum zu fassen war.  

Während der ersten viertel Stunde des Spiels machten wir so ziemlich alles falsch, was wir versuchten. Die Abwehr war zu brav und zu unbeweglich, und im Angriff passierte immer irgend ein Fehler, der uns entweder die Gelegenheit zum Torwurf versaute, oder die Gastgeberinnen gleich zum Gegenstoß einlud – was sie auch gut ausnutzten. Bis zu unserem ersten Tor benötigten wir acht Minuten.  

So brauchten wir uns nicht zu wundern, dass wir nach 16 Minuten über 1:8 mit 3:11 hinten lagen. In der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit kam der Angriff dann etwas besser in Schwung, und wir erzielten wenigstens noch ein paar Tore. Die Abwehr blieb jedoch das Sorgenkind (sogar unsere eigentlich immer coole Torfrau Alex beschwerte sich heute), und wir konnten bis zum Pausentee nur unwesentlich auf 11:17 verkürzen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits zahlreiche aussichtsreiche Chancen liegen lassen, und waren wer weiß wie oft auf den Kreis getappt.  

Trotz des hohen Rückstands war die Parole für den zweiten Durchgang aber klar: dieses Spiel ist noch nicht verloren! Unsere weibliche A-Jugend zeigte nach dem Wiederanpfiff auch, dass sie alles tun wollte, um sich nochmal an den Gegner heran zu kämpfen. Aber es ging hierbei unheimlich zäh voran, und unzählige eigene Fehler machten das Aufholen fast unmöglich. Trotzdem keimte in der vierzigsten Minute beim Stand von 15: 19 Hoffnung auf. Hieran hatte Alex im Tor sehr großen Anteil, die uns mit vielen guten Paraden immer wieder rettete und bis zum Schluss im Spiel hielt.   

Es schien durchaus machbar, noch näher an Fürstenfeldbruck heran zu kommen, aber wie in einem Albtraum, in dem man rennt und doch nicht von der Stelle kommt, machten wir uns unsere eigenen Möglichkeiten immer wieder zunichte. Und so lagen wir in der 47. Minute völlig aussichtslos wieder mit 16:24 zurück.  

Es war klar, dass jetzt nur noch ein kleines Wunder helfen konnte – und eine komplette Manndeckung. Anni und Anna waren angeschlagen und konnten nicht mehr spielen. Trainingsrückstand hatten wir sowieso. Und nur noch einen Auswechselspieler.  

Aussichtslos? Nicht mit unseren Mädels. Obwohl sie sichtlich K.o. waren, bissen sie alle noch einmal die Zähne zusammen und stellten sich den Gastgeberinnen entgegen. Und tatsächlich schmolz der gegnerische Vorsprung Tor um Tor, fünf Minuten vor dem Ende waren wir bis auf 22:26 dran, Fürstenfeldbruck gelang noch das 22:27, und auf der Uhr waren vier Minuten Spielzeit übrig. Aufopferungsvoll gaben unsere Mädels alles, was sie noch hatten, und beinahe, beinahe hätte es wenigstens zu einem Unentschieden gereicht. Aber die Erschöpfung führte auch noch einmal zu einigen völlig verständlichen Fehlern, und so schafften wir es nicht mehr, das nötige siebenundzwanzigste Tor zu erzielen.   

Beim Ertönen der Schlusssirene stand es 26:27 aus unserer Sicht, und es war ein wenig niederschmetternd, dass der riesige Einsatz unserer Mannschaft nicht mit einem Punkt belohnt wurde. Das Spiel haben wir aber in den ersten fünfzehn Minuten verloren, und wer so viele Fehler macht und Torgelegenheiten auslässt, dass es für zwei Spiele gereicht hätte, der muss mit so einer Niederlage leben.  

Drei Lehren lassen sich jedoch aus diesem Spiel ziehen:
- Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir besser sein.
- Unsere weibliche A-Jugend ist durchaus in der Lage, toll Handball zu spielen.
- Und unsere Mädels können einen selbst bei einer Niederlage so unglaublich begeistern, dass es kaum zu beschreiben ist.

Trainer Markus hat jedenfalls vor den kommenden Spielen keine Angst: „Einerlei was passiert, mit dieser Mannschaft ist jedes Spiel ein Gewinn, egal wie es ausgeht!"

Von jung nach alt verloren heute gemeinsam: Lena, Sara, Nicola, Anna, Jeanette, Anni, Hannah, Alex, Isi und Lara.

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